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Wie arbeiten wir im Angie-Kurs mit den Pferden ?

Die Methode von Linda Tellington-Jones, bekannt als Tellington TTouch® Methode, eine ganzheitliche Methode ist für herausragende Erfolge in der Arbeit mit Pferden bekannt, ist aber auch ein System das eine ganz besondere Verbindung zum Pferd mit sich bringt

Der TTouch® (Tellington-TTouch) ist eine Technik von qualitätsvollen Berührungen (auch als eine Methode der Körperarbeit für Menschen (TTouch-for-You®) anerkannt und erforscht).
Weitere Elemente in der Arbeit mit Pferden sind die Bodenarbeit im Lernparcours und das Reiten.
Connected Riding® ergänzt und erweitert diese methodischen ZUgänge um eine qualitätsvolle Sitzschule, die gleichermaßen Losgelassenheit und Aufrichtung der Reiter*innen schult.
Elemente von Clicker- Training, einer weiteren positiven Methode des Tiertrainings, weckt das Verständnis für das Lernen der Tiere.

Das Pferd hat hohe Kompetenz als Mit-Unterrichtender im Angie-Kurs und wird durchgängig als solcher gehört und wertgeschätzt.

Warum ganzheitliche Methoden im Umgang mit dem Pferd?

Für die Pferde

Abbau von Stress

Die Techniken in der Tellington-Methode sind darauf ausgerichtet, Stress abzubauen. Stressarme Situationen begünstigen das Lernen. Der TTouch löst Stress bereits auf der körperlichen (der zellulären) Ebene auf. In therapeutischer und pädagogischer Arbeit ist ein vertrauensvolles Tier Voraussetzung für die Arbeit.

Gleichzeitig kann diese Arbeit aber auch erziehliche Arbeit leisten: Die Schüler*innen, Klient*innen lernen über die Anwendung der Methode, was es braucht, um eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen.

Der TTouch als MIttel zu stressfreiem Sein

TTouch entspannt. Entspannung ist dem Tier angenehm, hilft ihm, sich sicher zu fühlen, baut Freundschaft und Vertrauen auf, wirkt darüber hinaus auch der Fitness. Wir Menschen kennen die Auswirkungen von Stress und Anspannung zur Genüge. Die Tiere die als Haustiere und Co-Therapeuten mit uns leben müssen dieses Los nicht teilen. Neben einer „Seelenpflege“ hat dieser Zugang über Körperarbeit und Bodenarbeit auch gesundheitliche Bedeutung:

Prävention und Unterstützung von Heilungskräften

Aus den Untersuchungen und Berichten des TTouch-for-You (dem TTouch in seiner Anwendung am Menschen) erfährt man über tiefgreifende Unterstützung dieser Form der Körperarbeit für die Gesundheit.

Eine stringente methodische „Sprache“

Foto: Luna van Well

Die Tellington-Methode ist strukturiert aufgebaut. Die Handhabung des Materials, die Körpersprache gegenüber dem Pferd, die Positionierung und Haltung der Hände, Führleine, Körperposition zum Pferd, Gerte in der Arbeit werden sehr klar vermittelt. Das Resultat ist ein für das Pferd sehr gut verständlicher Kommunikationsansatz, der stringent von einem zum anderen Menschen übertragbar ist.

Kleinschrittigkeit

Die Tellington-Methode zeichnet sich insbesondere durch ihre Kleinschrittigkeit aus, so dass für jedes Pferd in jeder Phase seines Lernens und für jeden Menschen in seiner ganz individuellen Situation ein angepasster nächster Schritt des Lernens möglich ist. Übungen des Clicker-Trainings helfen das Lernen in seiner Kleinschrittigkeit nachzuvollziehen.

Foto: Luna van Well

Für den lernenden Menschen

Je achtsamer der Umgang umso besser kann das Tier „seine Botschaft“ an den Menschen vermitteln. Die Tellington-Methode lehrt uns das Flüstern der Tiere zu hören. Insofern wachsen Verständnis und Verstehen der Tiere mit den Begegnungen mit.

Die erwünschte Nebenwirkung ist in der Folge das sensiblere Verstehen des menschlichen Gegenübers.

Foto: Luna van Well

Angemessener Kontakt

Der Mensch lernt, in angemessener Form in einen Kontakt zu treten. Während der Begegnung ist der Fokus gleichzeitig auf das Ausdrucksverhalten des Tieres gerichtet und so führt der Mensch einerseits, lässt sich aber auch führen durch das Lesen der nonverbalen Sprache der Pferde.

Wir stellen fest dass man – abgesehen von der speziellen Wirkung – über den TTouch längere Zeiträume im körperlichen Kontakt mit den Tieren verbringt als wenn man nur streichelt. Auch deshalb lernt man mehr über Kontakt.

Die Begegnungen mit Tieren in der Tellington-Methode sind derart, dass jede Interaktion zwischen Menschen nachgestellt werden kann, was man in den jeweiligen Arbeitssequenzen auch gut einsetzen kann.

Grenzen setzen und erfahren

Foto: H. Streiferdt

Die Begegnung mit dem Pferd, sowohl in der Bodenarbeit, als auch in der Körperarbeit, ist ein guter Spiegel der zwischenmenschlichen Begegnungen. Nähe, Distanz, Selbstwirksamkeit, Grenzen setzen und Grenzen erfahren sind Lernerfahrung in diesem Feld. Der Umgang damit wird auf eine respektvolle und angemessene Form geübt.

Führen und geführt werden

Foto: H. Streitferdt

Während in der Verhaltensbiologie längst geklärt ist, dass sich Tiere nicht in linearen Hierarchien organisieren, sondern die Strukturen eines sozialen Gefüges vielschichtig und veränderlich sind, halten verschiedene Tiertrainer noch an der Theorie fest, dass der Mensch immer über dem Tier „dominant sein“ muss. Klient*innen und Schüler*innen in der tiergestützten Arbeit sind im Allgemeinen nicht dominant über den „Lehrer Pferd“. Viele Therapie-Pferde sind in der Lage die Verantwortung für die Situation zu tragen und für die Sicherheit der ihnen anvertrauten Menschen zu sorgen.
Der Umgang mit dem Thema des Führens ist in der Tellington-Methode ein lernender Zugang. Die Kleinschrittigkeit der Methode gewährleistet, dass man die Qulitäten die ein Mensch braucht, um ein Pferd zu führen, im individuellen Tempo und in seinen Lernschritten integrieren kann und dennoch während der Lernprozesse erfolgreich mit dem Pferd arbeitet. Es ist gewährleistet dass men in dem Maß in dem man lernt zu führen, auch gelernt hat die Verantwortung tatsächlich zu übernehmen – eine wesentliche soziale Kompetenz.

Für die Unterrichtenden

Eine geniale Ausbildungsmethode

Ursprünglich ist die Tellington Methode eine Ausbildungsmethode und das ist sie immer noch – auch wenn wir inzwischen wissen dass noch mehr passiert. Die Werkzeuge der Tellington-Methode eignen sich ausgezeichnet um eine solide vertrauensvolle Beziehung zu einem „vierbeinigen Mitarbeiter“ aufzubauen.

Foto: Tellington Italien

Boost für Wachstum

Die Vielzahl dieser „Werkzeuge“ eignet sich hervorragend im pädagogischen oder therapeutischen Kontext: Die Bodenarbeit im Lernparcours kann man z.B. hervorragend nutzen, um jemandes Selbstwirksamkeit zu erspüren, um die Wirksamkeit kraftvoller positiver mentaler Bilder zu erfahren, um zu erleben wie man flexibel sein kann und dennoch ein Ziel im Visier behalten etc. Die Körperarbeit eignet sich gut um Kontakt zu erleben, um Achtsamkeit zu erlernen, um seiner Intuition zu vertrauen, um mit Nähe und Distanz zu experimentieren etc. Die Connected Slitzschule richtet auf – äußerlich und innerlich und das Reiten von innen nach außen lehrt Körperbewusstheit und Klarheit.

Für uns Alle

Die meisten Phänomene, die ich in dieser Sammlung erwähnt habe, erfährt und erlebt jede/r selbst, der mit der Tellington-Methode im Kontakt ist. Insgesamt erleben wir diese Arbeit immer wieder als eine Schule des Lebens, sowohl für uns Unterrichtende als auch für die mit uns arbeitenden Menschen. Die Methode birgt sowohl diese Herausforderung, wieder und wieder in den Kontakt zu gehen, und andererseits hilft sie uns auch diese Herausforderung anzunehmen.

Der Erfolg, eine qualitätsvolle Nähe, ist der Lohn für das Annehmen der Herausforderung.

Foto: wie so oft: Mara Luna van Well. Vielen Dank liebe Luna, für deinen liebenden Blick für Mensch und Pferd